Hilfe in Not

Ein Brunnen für Fuoni

Brunnen11[Der folgende für die Zeitung verfasste Text stellt nicht nur unser bisher größtes Projekt vor, sondern gibt auch einen Überblick über unseren Verein.] Die Bewohner des Stadtteils Fuoni auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel Sansibar mussten Tag für Tag einen weiten Weg bis zum nächstgelegenen Brunnen zurücklegen. Auf dem Rückweg beladen mit schweren Wassereimern. Und wenn das Wasser im Brunnen knapp wurde, verweigerte ihnen der Brunnenbesitzer die Nutzung komplett. Ein öffentlicher, allen zugänglicher, nahe gelegener Brunnen – das war der Traum der Bewohner Fuonis. Und mit Hilfe des Vereins Hilfe für Sansibar e.V. sowie des Kegelclubs El-Equipo Borken, der sich mit einer großzügigen Spende an den Baukosten beteiligte konnten sie sich im Sommer 2015 diesen Traum verwirklichen.

P1080772Hilfe für Sansibar e.V. wurde Anfang 2014 gegründet. Die Vorsitzenden des Vereins lebten über ein Jahr auf der zu Tansania gehörenden Insel und während dieser Zeit entstanden zahlreiche Kontakte zu sozial engagierten Einheimischen. Unter anderem zu den lokalen NGO`s Kilimani City und Zameco. Beide Organisationen setzen sich für in großer Armut lebende Menschen ein, für Kranke und Behinderte, für sozial Ausgegrenzte und Diskriminierte. In Kooperation mit Kilimani City und Zameco unterstützt Hilfe für Sansibar zahlreiche Projekte, vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Start-Up-Unternehmungen. So können mittlerweile beispielsweise mehrere Kinder aus armen Familien eine gute Schule besuchen, eine junge Frau begann eine Ausbildung zur Schneiderin, ein junger Mann baute sich eine selbstständige Existenz als Baobabfrüchte-Händler auf, ein anderer gründete einen Fahrradverleih. Eine Familie, die über keinerlei sanitärer Einrichtungen verfügte, konnte eine Toilette bauen und ein gesunder Junge erblickte per dringend benötigtem Kaiserschnitt die Welt.

Das Besondere an der Vorgehensweise von Hilfe für Sansibar ist, dass sich hilfsbedürftige Menschen aus Sansibar über die beiden Partnerorganisationen vor Ort direkt mit der Bitte um Unterstützung an den Verein wenden können. Denn die Mitglieder des Vereins sind davon überzeugt, dass die Menschen selbst am besten wissen, was ihnen hilft. Außerdem ist die Motivation der Unterstützten riesengroß, wenn sie die Chance erhalten, ihr eigenes Projekt umzusetzen.

So war es auch beim Brunnenprojekt. Nachdem die Anfrage der Bürger Fuonis um Unterstützung positiv beantwortet worden war, machten sich die Einwohner sogleich ans Werk. Ein 12 Meter tiefer Brunnenschacht wurde von Hand gegraben – über einen Monat dauerte diese harte Arbeit. Danach wurden eine Pumpe und ein großer Wassertank angeschafft. Mittlerweile ist der Brunnen fertig und das Leben der Bewohner Fuonis ist um einiges leichter geworden: Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für alle gesichert. Der Weg zum Brunnen ist kürzer geworden und dank der Pumpe müssen die schweren Eimer nicht mehr von Hand 12 Meter hochgezogen werden.

Und bei Hilfe für Sansibar treffen immer neue Anfragen ein. Studierende, die nach dem Tod ihres Vaters ihr Studium nicht mehr finanzieren können, bitten um Unterstützung. Eine Gruppe junger Menschen möchte eine ökologische Hühnerfarm aufbauen, eine andere möchte Papiertüten aus Altpapier herstellen. Eltern bitten um Hilfe, damit ihre Kinder auf eine gute Schule gehen können und kranke Menschen um Unterstützung zur Finanzierung ihrer Behandlung. Wer diese Menschen mit einer Spende oder einer Patenschaft unterstützen möchte, kann sich sicher sein, dass seine Hilfe sicher und zu 100% bei den Hilfsbedürftigen ankommt. Denn alle Engagierten, sowohl in Deutschland als auch auf Sansibar, arbeiten ehrenamtlich für den Verein.

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Ein sicheres Dach über dem Kopf

hausfertigfrontNachdem ihr Haus während der Regenzeit im Frühjahr 2014 arg in Mitleidenschaft gezogen worden war, half unser Verein Nuhu und seiner Familie, die nötigen Reparaturmaßnahmen vorzunehmen, damit die Familie wieder ein festes Dach über dem Kopf hat. Nachdem viel Material gekauft und lange gebaut worden war, wurde das Haus im Herbst 2014 fertig. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Im Mai 2015 kam es auf Sansibar zu den heftigsten Unwettern seit vielen Jahren. Dabei wurden viele Häuser beschädigt oder gar zerstört. Das Haus von Nuhu und seiner Familie überstand die Stürme und Regengüsse jedoch unbeschadet und bestand damit seine erste große Bewährungsprobe! Möge das Haus Nuhu und seine Familie viele Jahre vor Sonne, Sturm und Regen schützen!