Bildungsprojekte

Wir unterstützen Kinder, die aus sehr armen Familien stammen, und finanzieren ihnen die Schulgebühren, Schulbücher und -uniform, die Kosten für den Schulbus und ein warmes Mittagessen in der Schule. Die meisten unterstützten Kinder können so eine private Schule besuchen. Private Schulen sind meistens anspruchsvoller und garantieren eine deutlich bessere Bildung als staatliche Schulen. Normalerweise können es sich nur wohlhabende Familien leisten, ihre Familien auf eine gute Schule zu schicken, den Kindern aus armen Familien bleibt nur die staatliche Schule, wo es nur den Wenigsten gelingt, einen Abschluss zu erreichen. So bleibt ihnen eine gute berufliche Zukunft und damit der soziale Aufstieg meist verwehrt. Dieses die soziale Kluft zwischen Arm und Reich zementierende Bildungssystem versuchen wir aufzubrechen, indem wir gezielt Kindern aus armen Familien die Gebühren für eine gute Schule finanzieren. Im Folgenden stellen wir einige Kinder vor:

Amina

Amina im Januar 2018 Amina war eine der ersten, die wir mit unserem Verein unterstützen konnten. Sie wird von ihrer alleinerziehenden Mutter großgezogen und wächst in großer Armut auf – eine häufige Situation, in der wir Schulkindern helfen. Seit August 2014 finanzieren wir ihr den Besuch einer privaten Schule in Sansibar Stadt und um eine auf Grund der Armut drohende Mangelernährung vorzubeugen, kommt der Verein auch für eine tägliche warme Mahlzeit in der Schule auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten durch den Wechsel von einer staatlichen zu einer viel anspruchsvolleren, privaten Schule, hat sie sich sehr gut eingelebt und die sechsjährige Grundschule als eine der besten ihrer Klasse im Dezember 2016 abgeschlossen. Seit Januar 2017 besucht sie die Sekundarschule. Im Januar 2018 besuchte unser Vorstand Amina und ihre Mutter und führte auch Gespäche mit den Lehrern.

Amina in jüngeren Jahren

 

Rahma

RahmaRahma musste infolge einer Rückenmarksverletzung ein Bein amputiert werden. Auch ihr Vater ist schwer krank und kann daher nur sehr begrenzt zur Finanzierung ihrer Schulausbildung in Sansibar Stadt beitragen. Der Verein zahlt seit Oktober 2015 die Schulgebühren, damit Rahma auf einer privaten Schule eine gute Bildung erhält. Denn dies erscheint als einzige Möglichkeit für Rahma als behinderte Frau, ein Leben in Abhängigkeit, Ausgrenzung und Armut zu verhindern. Bis heute hat sie erfolgreich alle Schuljahre abgeschlossen. Seit Januar 2017 bemühen wir uns gemeinsam mit unserem Partnerverein Kilimani City um Unterstützung, um auch die regelmäßig nötige medizinische Behandlung sowie das Anfertigen einer neuen Beinprothese zu finanzieren, da Rahma aus der alten herausgewachsen ist. Im Januar 2018 konnte sich unser Vorstand davon überzeugen, dass Rahma weiter sehr erfolgreich die Schule besucht. Sie strebt ein Medizinstudium an, wofür sie nach Möglichkeit weitere Unterstützung bräuchte.

 

Ibrahimu

IbrahimuSeit Mai 2015 hilft der Verein auch Ibrahimu. Besonders seit dem Tod seines Vaters im August 2015 wächst er in extrem armen Verhältnissen auf. Der Besuch der staatlichen Dorfschule in Chaani auf Unguja war immer wieder gefährdet, weil die Mittel zum Kauf einer Uniform, von Büchern und Stiften usw. fehlten. Außerdem konnte ihm seine Familie keine ausreichende Ernährung gewährleisten, was Mangelernährung und häufige Krankheiten verursachte, welche wiederum den schulischen Erfolg bedrohten. Hilfe für Sansibar unterstützte Ibrahimu bei der Finanzierung des täglichen Lebens (Lebensmittel, Kleidung etc.) sowie des Schulbesuchs (Schuluniform, Hefte, Bücher, Schulessen). Im Januar 2016 verschärfte sich seine Situation nochmals, da die Mutter aus traditionellen und finanziellen Gründen nicht alleine im Dorf ihres verstorbenen Mannes bleiben konnte und mit den kleineren Kindern ins Dorf ihrer Familie zurückkehren musste. Um die Schule in seinem Heimatdorf fortzusetzen, blieb Ibrahimu auf eigenen Wunsch alleine zurück. Im Oktober 2016 erklärte sich ein Spender bereit, eine Patenschaft für ihn zu übernehmen, um seine Versorgung dauerhaft zu gewährleisten.

Salama

SalamaSeit Januar 2015 haben wir mit Hilfe eines Paten Salama das Schulgeld für den Besuch einer privaten Schule zur Verfügung gestellt. Nachdem sie bis zur dritten Klasse der Sekundarschule in einer staatlichen Dorfschule gelernt hatte, sollte ihr der Besuch einer Privatschule den erfolgreichen Abschluss der Sekundarschule ermöglichen. In ihrer alten Schule wurden die letzten Jahrgänge nicht angeboten. Dadurch könnte sie nicht nur ihre eigenen Zukunftsaussichten, sondern die der ganzen Familie stark verbessern. Salama stammt aus einer in extremer Armut lebenden Familie, die sich kaum mit dem Lebensnotwendigsten versorgen kann. Kein Mitglied der Großfamilie verfügt über ein festes Einkommen. Salama hat mittlerweile die Sekundarschule erfolgreich abgeschlossen, jedoch reichten ihre Noten nicht für ein Studium aus. Mit Hilfe eines Paten macht sie im Moment eine Ausbildung zur Schneiderin, um auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu werden und so die Not der Familie zu mildern, ohne dass sie dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen sind. Im Februar 2018 hatte sie den ersten Teil ihrer Ausbildung zur Schneiderin erfolgreich abgeschlossen. Dank der Paten konnten wir Salama ihre eigene Nähmaschine finanzieren, so dass sie ab sofort auch zuhause üben und sogar erste Aufträge annehmen kann.

Auch unterstützen wir junge Männer und Frauen in der Ausbildung oder im Studium. Beispielhaft einige Geschichten:

Moza's Studium zur Krankenschwester

MozaIm Wintersemester 2016 hat Moza ihr Studium zur Krankenschwester begonnen. Um die Universitäts- und Reisekosten bezahlen zu können, unterstützte Hilfe für Sansibar Moza zunächst für zwei Semester, was ungefähr einem Jahr entspricht. In enger Zusammenarbeit mit unserem lokalen, freiwilligem Mitarbeiter Shaha erfolgte die Auszahlung der Gelder. Shaha hatte zunächst nur das Geld für das erste Semester sowie die Reisekosten für den ersten Monat übergeben.

Die Idee dahinter ist, dass Moza das Geld bei der Universität einzahlt und Shaha den Nachweis gibt. Während des Semesters konnte sie sich dann monatlich das Reisegeld abholen. Nachdem sie alle notwendigen Prüfungen des ersten Semester bestanden hatte, wurde ihr das Geld nach dem gleichen Verfahren wie im ersten Semester von Shaha ausgezahlt. Moza hat auch weiterhin erfolgreich ihre Semester abgeschlossen und ein Praktium absolviert.

Die Auszahlung ist an Bedingungen geknüpft und erfolgt mit zeitlichem Abstand, um sicher zu stellen, dass das Geld ausschließlich zur Finanzierung des Studiums verwendet wird und nicht beispielsweise aus der Not heraus anderweitig eingesetzt wird. Auch wollten wir so gewährleisten, dass das Geld nicht verloren geht, falls Moza ein Semester nicht schafft. Darüber hinaus ermöglicht ihr die selbstständige Bezahlung der Universitätsgebühren und die monatliche eigenständige Verwaltung des Reisegeldes, den Umgang mit verhältnismäßig viel Geld zu lernen. Auf diese Weise wird Moza Vertrauen entgegengebracht, das Geld richtig einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. 2019 beendete Moza ihre Ausbildung erfolgreich und erhielt sofort eine Stelle im Dorf Dunga. Zusätzlich arbeitet sie auch noch in einer Klinik in der Stadt. Sie kann nun ein selbstbestimmtes Leben führen. Vor allem für junge Frauen wie Moza ist dies unglaublich wertvoll.

Mwanaisha's Journalismusstudium

MwanaishaMwanaisha, die von der Insel Pemba stammt und in sehr armen Verhältnissen aufwuchs, ist es trotz der schwierigen Lernbedingungen in einer staatlichen Schule gelungen, die Hochschulreife zu erwerben (was nur den wenigsten Schülern gelingt). Seit Oktober 2015 unterstützen wir Mwanaisha bei ihrem Journalismusstudium, was ihr ohne finanzielle Unterstützung unmöglich wäre. Dadurch soll ihr die Chance auf eine berufliche Zukunft und damit verbunden auf ein selbstbestimmtes Leben gegeben werden. Außerdem würde ein nach dem Studium wahrscheinliches Einkommen sie selbst und ihre Familie aus den größten Nöten befreien. Nachdem Mwanaisha alle Studienleistungen erfolgreich abgeschlossen und auch Praktika bei Radio Mkoani auf Pemba absolviert hatte, beendete sie im Juli 2018 erfolgreich ihr Studium und erhielt im August 2018 ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in China.

Neema's Jurastudium

NeemaÜber unseren Partnerverein Kilimani City erreichte uns die Bitte, die Studiengebühren für Neema zu finanzieren. Neema hatte bereits ihr Jura-Grundstudium erfolgreich absolviert, musste kurz danach ihr Studium jedoch unterbrechen, da sie sich nach dem Tod ihres Vaters um ihre Mutter und die drei jüngeren Geschwister kümmern musste. Sie suchte sich eine Stelle, um die Familie versorgen zu können.

Diese Verantwortung für die Familie machte es ihr jedoch unmöglich, ihr Studium fortzusetzen. Ohne diesen Abschluss verdient sie sehr wenig und kann mit ihrem Einkommen die Familie nur mit Mühe ernähren. Gemeinsam mit Kilimani City haben wir Neema von 2015 bis 2019 die Studiengebühren finanziert. Somit konnte sie ihr Studium wieder aufnehmen und erfolgreich abschließen, ohne ihre Familie im Stich lassen zu müssen. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2019 fand sie sogleich eine Stelle in der Rechtsabteilung eines großen Krankenhauses. Nach einer kurzen Babypause ist sie dort wieder tätig und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn Aslam sehr glücklich in Sansibar-Stadt.

Mohammed Makame's Lehramtsstudium

Mohammed MakameNachdem Mohammed Makame seine Schullaufbahn sehr erfolgreich mit der Hochschulberechtigung abgeschlossen hatte, konnte seine Familie ihm wegen des Todes des Vaters kein Studium finanzieren. Damit er die große Chance, sich durch den Abschluss eines Studiums eine sichere Lebensgrundlage zu erarbeiten, nicht verliert, hat ihm Hilfe für Sansibar das Lehramtsstudium auf Pemba von 2016 bis 2019 finanziert. Da großer Lehrermangel herrscht, sind die Berufsaussichten nach dem Studium äußerst gut und Makame hat direkt nach dem Studium eine Stelle an einer Schule auf Pemba gefunden. Die Stelle ist zwar nicht sehr gut bezahlt, aber für den aus sehr armen Verhältnissen stammenden Mohammed Makame ist eine feste Anstellung mit einem Gehalt, das zumindest die Existenz sichert, bereits ein großer Schritt.

Die Geschichten zeigen, dass monatliche Beiträge von 20 bis 40 € einen großen Unterschied für den Einzelnen und die Einzelne machen können, um ihnen eine berufliche Perspektive und damit die Möglichkeit zu geben, aus ihren schwierigen und oft aussichtslosen Situationen zu entkommen. Auch für andere Kinder und Jugendliche suchen wir Paten. Mehr Informationen zu unseren Patenschaften finden Sie hier.