Wiedereingliederung

Im Rahmen eines Schwerpunktes unserer Vereinsarbeit - die Wiedereingliederung - haben wir eine Reihe von Projekten angestoßen. Im Folgenden beispielhaft detaillierte Informationen zu einigen Projekten: der Aufbau von Wakulima Hai als soziale Kooperative, der Ausbau der Wakulima Hai Kooperative mit einem Blog zu aktuellen Informationen, die landwirtschaftlichen Kooperativen auf Pemba und Waziri's Baobabfrüchtekleinhandel.


Der Aufbau von Wakulima Hai
Soziale, landwirtschaftliche Kooperativen in Zusammenarbeit mit dem Partnerverein Kilimani City

Gemeinsam mit unserem Partnerverein Kilimani City entstand 2016 die Idee, jungen (bis Anfang 30) und niedrig qualifizierten Frauen und Männern, die in großer Armut leben, eine berufliche Perspektive zu geben. Diese jungen Menschen finden oft keine Möglichkeit, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Grund dafür ist meistens die Herkunft aus sehr armen Familien, und daraus folgend eine niedrige Schulbildung. Die armen Familien können sich keine über die Grundschule hinausgehende Schulbildung für ihre Kinder leisten. Darüber hinaus wollen wir auch sozial ausgegrenzte Menschen, Menschen mit Behinderung oder HIV-Positive in die Kooperativen integrieren. Wir legen zudem Wert darauf, möglichst vielen Frauen eine berufliche Perspektive zu geben und ihnen damit zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen.

Soziale, landwirtschaftliche Kooperative Soziale, landwirtschaftliche Kooperative Soziale, landwirtschaftliche KooperativeZusammen mit Hilfe für Sansibar und Kilimani City sammelten die jungen Frauen und Männer Ideen für Projekte, arbeiteten dann auch gemeinsam an deren Planung und Umsetzung, so dass von den jungen Leuten selbst entwickelte Projekte entstanden. Die eigene Entwicklung und Umsetzung der Projekte bestärkt nicht nur ihre Motivation und Begeisterung für die Projekte, sondern ermöglicht, dass die jungen Leute ihr wertvolles Wissen über örtliche Gegebenheiten in die Projektgestaltung einfließen lassen können. Damit wollen wir gewährleisten, dass nur Projekte realisiert werden, die auf Grund der Rahmenbedingungen funktionieren und Aussicht auf Erfolg haben. Die Leitung und Betreuung der Kooperativen erfolgt durch Kilimani City. Aus den Projektideen entstanden drei Kooperativen. Zunächst starteten wir mit einer Seegurkenfarm. Dann kamen die Kooperativen zu Gemüse- und Obstanbau und Hühnerhaltung hinzu.

Die Seegurkenfarm - ein voller Erfolg

Die Seegurkenfarm Die Seegurkenfarm Die SeegurkenfarmDie Seegurkenfarm ist die erste Farm ihrer Art auf Sansibar. Die Idee dazu entstand in Kooperation mit Mitarbeitern der Universität Sansibar. Die Gewässer um Sansibar sind perfekt zum Anbau von Seegurken geeignet. Da die Regierung den Anbau fördern möchte, bekam die Kooperative kostenlos einen Strandabschnitt für die Seegurkenfarm zugewiesen. Mit einer Anschubfinanzierung - dank zweckgebundener Spenden - wurden Zäune gebaut und werden Mitarbeiter bezahlt. Die Mitarbeiter haben Seegurken gesammelt, die sich nun in der Farm vermehren. Alles, was sie dazu brauchen, finden sie im Meer. Es ist keinerlei Fütterung nötig. Seegurken sind sehr gesund und können günstig angebaut werden. Zur Erntezeit, wenn die Seegurken eingesammelt werden müssen, sind die Mitglieder der Kooperative Tag und Nacht im Einsatz. Und die dann gut gefüllte Farm muss auch Tag und Nacht bewacht werden. Nach der Ernte werden die Seegurken gekocht und getrocknet.

Die Seegurkenfarm Die Seegurkenfarm Die SeegurkenfarmDie Kooperative hat bereits viel öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. So war neben dem sansibarischen Landwirtschaftsminister auch die Deutsche Welle Kiswahili vor Ort, um einen Fernsehbeitrag zu drehen. Aber auch außerhalb Sansibars stößt die Kooperative auf großes Interesse. So besuchte im April 2017 eine Meeresbiologin aus den USA die Kooperative. Im Juli 2017 nahmen dann auf Einladung der chinesischen Botschaft einige Mitglieder der Kooperative an einer Fortbildung teil, der von chinesischen Wissenschaftlern geleitet wurde. Ziel der Fortbildung war es, Wissen über Anbau und Zucht von Meeresfrüchten, sowie deren Verbreitung auszutauschen. Bei einem Besuch der Seegurkenfarm zeigten sich die Wissenschaftler von der bisherigen Arbeit der Kooperative vor Ort beeindruckt und gaben Tipps für die weitere Verbesserung des Anbaus.

Mittlerweile baut die Kooperative auf Bitten des für Jugend- und Frauenförderung zuständigen Ministeriums auch in anderen Dörfern Sansibars Seegurkenplantagen auf, um Arbeitsplätze für die häufig chancen- und perspektivlosen Jugendlichen in den Dörfern zu schaffen. Die Kooperative produziert zunächst für den lokalen Markt, um dazu beizutragen, die vorherrschende Mangelernährung zu verringern. Seegurken sind allerdings eine Delikatesse in vielen asiatischen Ländern und werden dort zu hohen Preisen importiert. Mittelfristig könnte durch den Verkauf in asiatische Länder genug Gewinn erwirtschaftet werden, um weitere Projekte zu finanzieren. Erste Kontakte zu chinesischen Unternehmen und zur chinesischen Botschaft sind bereits geknüpft. Aber auch durch den Verkauf im Inland kann sich die Kooperative inzwischen selbst finanzieren und hat ihre Seegurkenplantage bereits vergrößert. Auch die momentan neu entstehenden Seegurkenplantagen in anderen Dörfern werden in die Kooperative integriert, wodurch gewährleistet ist, dass die erwirtschafteten Gewinne auch tatsächlich an die Mitglieder der Kooperative ausgeschüttet werden.

Die Gemüse- und Obstkooperative

Die Gemüse- und Obstkooperative Die Gemüse- und ObstkooperativeDie zweite Kooperative, die Obst- und Gemüsekooperative, baut momentan Bananen, Papaya, Melonen, sowie Spinat und Maniok für den lokalen Markt an. Dafür wurde der Kooperative ein Stück Land kostenlos zur Verfügung gestellt, das zuvor brachlag. Auch diese Kooperative erhielt eine durch Spenden ermöglichte Anschubfinanzierung zum Kauf von Werkzeugen und Saatgut. Mittlerweile kann sich die Kooperative selbst finanzieren und ermöglicht sichere und fair bezahlte Arbeitsplätze. Außerdem leistet auch diese Kooperative einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssituation, da auf Sansibar zu wenig Nahrungsmittel angebaut werden und importierte Produkte zu teuer sind.

Die Gemüse- und Obstkooperative Die Gemüse- und ObstkooperativeKilimani City wurde ein weiteres brachliegendes und zum Anbau sehr gut geeignetes Grundstück für den Ausbau der Kooperative angeboten. Dank Spenden konnten wir den Bau eines Brunnes finanzieren, um die Bewässerung in den Trockenzeiten zu gewährleisten. Grundwasser ist auf Grund von ausgedehnten Süßwasserreservoirs unter Sansibar ausreichend vorhanden. Auf Grund der verbesserten Bewässerung macht die Kooperative große Fortschritte und erweitert den Gemüseanbau auf dem neuen Grundstück. Im Moment pflanzt die Kooperative Tomaten - tungule auf Kiswahili - auf dem neuen Feld. Für Informationen zum Tomatenanbau hatten die Mitglieder schon einen erfahrenen Tomatenanbauer besucht. Zur effektiveren Bewässerung soll der Brunnen nach Möglichkeit mit einer kleinen Solaranlage ausgestattet werden. Kann da zufällig jemand helfen? Gebraucht werden: 1. Solar panels 4 (150 watts), 2. Charger controler 50 Amp, 3. Inverter 3500 watts (pure sign wave)

Die Hühnerkooperative

Die Hühnerkooperative Die HühnerkooperativeDie dritte Kooperative zur Hühnerhaltung besteht aus zwei Gruppen. Die eine Gruppe hat einige Zuchthähne und –hennen erworben und züchtet nun Hühner, um Eier und Fleisch auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Die zweite Gruppe kauft auf dem Festland Küken, zieht diese groß und verkauft sie anschließend weiter. Mit der über Hilfe für Sansibar zur Verfügung gestellten Startfinanzierung wurden Ställe, Zäune für die Freigehege, sowie Hühner gekauft. Das Grundstück wurde von Mitgliedern von Kilimani City kostenlos zur Verfügung gestellt. Großen Wert wird auf die artgerechte Haltung der Tiere gelegt. Neben dem Bewusstsein für artgerechte Haltung, erzielen Hühner aus Freilandhaltung einen höheren Preis. Kunden bevorzugen diese Hühner, weil sie mit der Qualität von Hühnern, die in winzigen Käfigen unter Einsatz von Medikamenten großgezogen werden, schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Kooperative fand rasch genügend Abnehmer, da auch Hühner und Eier auf Sansibar Mangelware sind, und kann sich inzwischen selbst finanzieren. Mittlerweile hat die Kooperative einen weiteren Hühnerstall auf dem neuen Grundstück, wo auch der Brunnen steht, gebaut. Den Bau des Hühnerstalls hat die Kooperative aus eigener Kraft finanziert. Durch die Erweiterung vermehren sich die Bestände auf der Hühnerfarm und auch diese Kooperative vergrößert sich stetig.

Die HühnerkooperativeDa unsere landwirtschaftlichen Kooperativen sehr erfolgreich sind, zeigen immer mehr junge Menschen aus verschiedenen Stadtteilen und Dörfern Interesse, sich entweder an einer der bestehenden Kooperativen zu beteiligen, oder eine neue Kooperative zu gründen. Dazu bräuchten sie jedoch Startkapitel, um Ausrüstung und Werkzeug sowie ein geeignetes Grundstück zu erwerben, einen Stall oder einen Brunnen zu bauen und Saatgut oder erste Hühner zu kaufen. Wer den Aufbau einer weiteren Kooperative unterstützen und damit den Beginn einer weiteren Erfolgsgeschichte ermöglichen möchte, ist uns herzlich willkommen!

Im Januar 2018 besuchte unser Vorstand die Kooperativen und konnte sich davon überzeugen, dass zahlreiche Teile der Kooperativen wie Seegurken-, Gemüse- und Tomatenanbau inzwischen Gewinne abwerfen und sich selbst finanzieren. Das Ziel ist nun die Kooperativen zu erweitern, um damit weiterer Arbeitsplätze für sozial ausgegrenzte Menschen zu schaffen. Außerdem sollen weiterer Mitglieder der Kooperativen an Fortbildungen teilnehmen und die Erzeugnisse zu Saft, Tomatenpaste, Kokosöl und anderes weiterverarbeitet werden.


Ausbau der Wakulima Hai Kooperative

Nach Bewilligung unseres Projektantrags bei den Schmitz-Stiftungen im April 2019, bauen wir mit 16000 Euro die Kooperative Wakulima Hai für ein Jahr ab Juni 2019 aus! Die Finanzierung erfolgt über die EZ-Kleinprojektefonds der Schmitz-Stiftungen (maßgeblich aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Ausgangssituation

Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch. Viele junge Menschen haben keinerlei berufliche Perspektiven und leben in großer Armut. Vor allem für Frauen sind Arbeitslosigkeit und ein fehlendes Einkommen besonders schwerwiegend, da sie dann früh (und teils gegen den eigenen Willen) verheiratet werden und danach in großer Abhängigkeit vom Ehemann leben müssen. Daneben herrscht eine gravierende Mangelernährung. Die Landwirtschaft wurde lange Zeit vernachlässigt und viele landwirtschaftlich nutzbare Flächen liegen brach. Viele landwirtschaftliche Erzeugnisse werden vom Festland teuer importiert, was sich die Armen der Bevölkerung kaum leisten können.

Ökologisch-landwirtschaftliche Kooperative

Ökologisch-landwirtschaftliche Kooperative Wir möchten mit den ökologisch-landwirtschaftlichen Kooperativen beiden Herausforderungen begegnen und der lokalen Bevölkerung biologische Grundnahrungsmittel zu fairen Preisen anbieten. Außerdem wollen wir auch den lukrativen Tourismussektor bedienen, einem wichtigen Wirtschaftszweig auf Sansibar, der den Kooperativen hilft, nachhaltig Einnahmen zu erzielen. Die landwirtschaftlichen Kooperativen bauen auf den Erfahrungen von bestehenden landwirtschaftlichen Kooperativen auf. Diese Kooperativen arbeiten zwar eigenständig, werden aber unter dem Namen Wakulima Hai gebündelt und von unserem sansibarischen Partnerverein Kilimani City geleitet und betreut. Die Mitglieder der bestehenden Kooperativen treffen sich nicht nur regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, sondern teilen sich auch alle Gewinne, so dass Einnahmeschwankungen ausgeglichen werden können. In den landwirtschaftlichen Kooperativen werden zunächst 10 junge Frauen und Männer mitarbeiten. Ziel ist es, die Mitarbeiterzahl Schritt für Schritt zu steigern, sobald das Projekt läuft und eigene Einnahmen erwirtschaftet.

Wäsche- und Reinigungsservice

Wäsche- und Reinigungsservicekooperative Wäsche- und Reinigungsservicekooperative Wakulima Hai setzt bisher ausschließlich auf Landwirtschaft und möchte mit dem Geschäftszweig Wäsche- und Reinigungsservice das Risiko diversifizieren, falls es zu Ernteausfällen kommt. Auf Sansibar haben die meisten Familien keine Waschmaschine und waschen noch traditionell von Hand. Auch die wachsende Tourismusbranche benötigt immer mehr Wäsche- und Reinigungsservices.

Wakulima Hai möchte diese Nische nutzen. Eine Testphase mit zwei privaten Waschmaschinen zeigte bereits die hohe Nachfrage. In Kooperation mit einer Entzugsklinik soll ein Waschservice professionell aufgebaut werden. Drogenabhängigkeit ist ein großes Problem auf Sansibar. In dem Wäscheservice werden Drogenabhängige und HIV-Kranke mitarbeiten, die kaum eine Möglichkeit haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Außerdem müssen sie für die Therapie und den Platz in der Entzugsklinik eine Gebühr bezahlen. Die schwierige Lebenssituation und die fehlende berufliche Perspektive erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie rückfällig werden. Den Entzugskliniken fehlen zudem die finanziellen Mittel, um die Menschen mit Nahrung und Dingen des alltäglichen Lebens zu versorgen. Zu Beginn des Projektes sollen auch hier zunächst 10 Personen ausgebildet und beschäftigt werden. Sobald das Projekt angelaufen ist, erste Kunden gewonnen hat und damit erste Einnahmen erwirtschaftet, sollen Schritt für Schritt weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Kooperative aufgenommen werden.

Inklusion und Nachhaltigkeit des Projektes

Die Inklusion von Frauen und Männern ist für uns dabei von hoher Bedeutung. Auf Augenhöhe können sie ihre Ideen und Lebenserfahrungen austauschen und haben die gleichen Möglichkeiten in den Kooperativen tätig zu sein und sich beruflich zu entwickeln. Für uns ist das ein wichtiges Fundament für den nachhaltigen Erfolg der Kooperativen. Zum nachhaltigen Erfolg des Projektes zählt auch, dass die durch dieses Projekt geförderten Kooperativen als Teil von Wakulima Hai selbstständig und finanziell unabhängig agieren und genug Gewinn abwerfen, um auch nach Projektende ihren Mitgliedern sichere Arbeitsplätze zu gewährleisten, neue Investitionen in beispielsweise Maschinen zu tätigen und fachspezifische Weiterbildungen für die Mitglieder zu ermöglichen.


Blog zum Ausbau der Wakulima Hai Kooperative

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Informationen zum Ausbau der Wakulima Hai Kooperative: Aufbau einer weiteren ökologisch-landwirtschaftlichen Teilkooperative und eines Wäsche- und Reinigungsservices

11. Juni 2019

Letzte Woche kam das erste Geld von der Schmitz-Stiftung. Wir haben es direkt weiter überwiesen. Insgesamt 9600 €. Davon 2400 € Eigenanteil. Das Geld ist erstmal für den Wäscheservice. Die Anschaffung von zwei Waschmaschinen und einem Trockner, dazu die Miete für das erste Jahr und die Gehälter für 10 Mitarbeiterinnen für 3 Monate. Unsere Partner vorort Daudi von Kilimani wird alles dokumentieren und uns immer auf dem Laufenden halten. Das Geld müsste diese Woche auf dem Konto von Kilimani eingehen, dann kann es losgehen!

19. Juli 2019

Arbeitsplatz für die WäschereiArbeitsplatz für die Wäscherei Auf Sansibar läuft alles sehr gut, Daudi und die anderen Helfer haben alle Hände voll zu tun, aber es geht gut voran. Im Raum auf den Fotos oben entsteht gerade der neue Arbeitsplatz für die Wäscherei, zentral gelegen in Kilimani, direkt beim Büro, wo die Wäsche und die Aufträge angenommen werden. Die Maschinen sind bezahlt, sie stehen im Moment noch bei Daudi, Ende des Monats soll dann alles fertig sein. Die Beantragung für die Auszahlung des Landwirtschaftsteils läuft. Wir wollten eigentlich warten, bis es bei der Wäscherei richtig läuft, aber wegen des Wetters sollten wir Anfang August mit der Landwirtschaft starten.

31. August 2019

Aussaat Aussaat Ehrenamtliche Mitarbeiter von Kilimani City und Mitglieder der Kooperative sind seit Zusage der Förderung im Juni rund um die Uhr im Einsatz. Mit der Landwirtschaftskooperative war es ein Wettlauf mit der Zeit. Bis Ende August musste die Aussaat abgeschlossen sein. Das Ziel wurde erreicht! Sodass gleich im ersten Jahr geerntet und erste Einkommen erzielt werden können.

16. September 2019

WäschereiWäscherei Wäscherei Unsere Wäschereikooperative startet durch! Seitdem wir die Kooperative mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestattet konnten, läuft das Geschäft auf Hochtouren. Mehrere Hotels konnten wir bereits als Auftraggeber gewonnen werden und die Annahme- und Abholestelle sieht mittlerweile hochprofessionell aus!

4. Oktober 2019

LandwirtschaftskooperativeLandwirtschaftskooperative Perfekter Start... für unsere neue Landwirtschaftskooperative. Die Aussaat war rechtzeitig fertig, das Wetter spielt bisher auch mit und so können wir gleich im ersten Jahr auf eine gute Ernte hoffen. Und gestern konnten die noch unerfahrenen Mitglieder der Kooperative bei einer Fortbildung durch Landwirtschaftsexperten des World Vegetable Centers sehr viel Nützliches über nachhaltige, ökologische Landwirtschaft lernen.

30. Oktober 2019

Daumen drücken! Seit einigen Tagen regnet es auf Sansibar in Strömen, aber bisher haben unsere Landwirtschaftskooperativen noch keine größeren Schäden zu beklagen. Hoffen wir, dass es so bleibt!

21. November 2019

Regenzeit gut überstanden! Jetzt können wir auf eine gute Ernte hoffen...

25. Februar 2020

Im Februar 2020 war unser Vorstand auf Sansibar und konnte sich vor Ort persönlich darüber ein Bild machen, wie gut sich beide Kooperativen entwickelt haben. Die Wäscherei-Kooperative wurde sehr gut auf Sansibar angenommen und läuft überaus erfolgreich. Sie hat bereits einen festen Kundenstamm aus Hotels, Restaurants, aber auch Privatleuten, die ausreichend Aufträge bringen. In der Wäscherei arbeiten immer zwischen 7 und 12 Personen, vor allem Frauen.

Mitglieder der Wäscherei-Kooperative und Sebastian vom Vorstand von Hilfe für SansibarEs gibt eine gewisse Fluktuation, die aber durchaus positiv zu bewerten ist. Ein Ziel der Koopertiven ist es, jungen Menschen zu zeigen, dass und wie Entrepreneurship funktioniert. Und dieses Ziel scheint viel besser und schneller erreicht zu sein, als erwartet. Das hängt auch damit zusammen, dass unser Partnerverein Kilimani City die Mitarbeiter immer wieder zu Fortbildungen motiviert, auch über die eigentliche Tätigkeit hinausgehend. So haben zwei Wäschereimitarbeiterinnen parallel zu ihrer Arbeit in der Wäscherei-Kooperative eine Fortbildung besucht, wo sie Kuchen und Gebäck backen lernten. Und mittlerweile haben sie sich damit selbstständig gemacht und sind sehr erfolgreich. Ein anderer hat sich Startkapital verdient, um damit eine Lizenz zum Reiseleiter zu erwerben. Nach kurzer Zeit ist die Mitarbeit in der Kooperative ein Sprungbrett für eine Selbstständigkeit geworden.

LandwirtschafskooperativeBewässerungssystemAuch die Landwirtschaftskooperative läuft gut. Die zeitintensiven Vorbereitungen sind abgeschlossen. Unerwartet heftige Regenfälle in den letzten beiden Monaten haben die Planung durcheinander gebracht. Die Kooperative hat darauf reagiert und die Fruchtfolge gewechselt. Mittlerweile sind alle Felder für den Anbau bereit, auf einigen wachsen bereits Spinat, Mais, Ananas, Papaya. Bei anderen wartet man auf günstiges Wetter, um mit dem Tomatenanbau zu beginnen. Besonders erfreulich ist, dass das Bewässerungssystem komplett fertig ist!

11. April 2020

Ein Mitglied der Landwirtschaftskooperative und Daudi von unserem Partner Verein Kilimani CityErnte Die Corona-Pandemie hat Sansibar erreicht. Da die Kunden der Wäscherei-Kooperative wie Restaurants und Hotels vorübergehend schließen mussten, ist auch die Arbeit der Wäscherei ausgesetzt. Die Kooperative ist aber sehr zuversichtlich, dass sie die Arbeit unverzüglich wieder aufnehmen kann, sobald die Pandemie vorbei ist. Die Landwirtschaftskooperative darf glücklicherweise weiterarbeiten und erntet fleißig Obst und Gemüse. Dadurch werden nicht nur Einnahmen für die Kooperative generiert, sondern auch die Versorgung zumindestens der Familien der Mitarbeiter*innen der Kooperative mit frischen Obst und Gemüse sicher gestellt.

September 2020

Ende Mai 2020 ist die Projektförderung ausgelaufen. Die Projekte laufen weiter! Die Kooperative ist in der Lage, den Mitglieder*innen pünktlich ihr Gehalt zu zahlen und sie zu unterstützen. Außerdem hat die Kooperative sich einen festen Kundenstamm erarbeitet.
Die Herausforderungen, die Corona mit sich gebracht hat, hat die innovative Kooperative weiter vorangebracht: Der landwirtschaftliche Teil der Kooperative hat im Eigenstudium nach Möglichkeiten gesucht, die Erzeugnisse weiterzuverarbeiten, um eine längere Lagerung zu ermöglichen. Auch können die verarbeiteten Erzeugnisse wie Tomatenmark, Püree oder Ketchup nun gewinnbringender verkauft werden. Der Verkauf eröffnet der Kooperative neue Einkommensquellen und zeigt eine ganz neue Richtung, wie sie sich weiterentwickeln kann. Mit den verpackten Erzeugnissen können sie Hauslieferungen beginnen und (Super)märkte beliefern.
Ein gemeinsames Ziel für Hilfe für Sansibar e.V. und den Partnerverein auf Sansibar Kilimani City sowie die Kooperative Wakulima Hai ist es, noch mehr Wert auf die Förderung von Entrepreneurship zu legen. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres haben uns gezeigt, dass sehr viele Menschen eigene Ideen entwickeln können und damit erfolgreich sein können, wenn sie dabei Unterstützung und Wertschätzung erhalten. Mehrere Mitglieder der Kooperativen haben sich nach einiger Zeit in der Kooperative selbstständig gemacht, zum Teil mit eigenen Geschäftsideen. Zum Teil haben sie mittlerweile selbst Mitarbeiter eingestellt. Und den Platz, den sie in der Kooperative freigemacht haben, konnten anderen Menschen angeboten werden, die eine Perspektive brauchen.



Landwirtschaftliche Kooperativen auf Pemba

Landwirtschaftliche Kooperativen auf Pemba Landwirtschaftliche Kooperativen auf PembaDie Frauen der Ndizi Kooperative aus dem Dorf Wingwi Kichangani haben sich zusammengeschlossen, um ihre schwierige Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Die Frauen leben alle in großer Armut, da ihre Männer zu wenige Einkünfte erzielen. Um unabhängiger zu werden und sich und ihre Kinder besser versorgen zu können, haben die Frauen beschlossen, eine Bananenplantage aufzubauen. Dies ist ihnen auch gelungen, aber der Gewinn, den der Verkauf der Bananen abwarf, war zu gering, um mehr und besseres Werkzeug anzuschaffen, sowie die Plantage zu vergrößern. Hilfe für Sansibar übernahm im Sommer 2016 die Kosten, weil dadurch die Einnahmen der Kooperative gesteigert und vor allem weitere Frauen des Dorfes in der Kooperative beschäftigt werden können. Auch eine Fortbildung wurde finanziert, in der die Frauen effektivere Anbaumethoden lernten. Im Juli 2017 unterstützten wir erneut die Kooperative, um Erde und Kuhdung zu beschaffen. Beim Besuch des Vorstands im Januar 2018 konnte er sich von der erfolgreichen Arbeit der Frauen überzeugen. Mittlerweile arbeiten 23 Frauen in der Kooperative und konnten ihre finanzielle Situation durch diese Arbeit deutlich verbessern. Die Kooperative integriert auch ältere, kranke Frauen sowie eine unter Albinismus leidende Frau und unterstützt diese solidarisch, obwohl sie nur bedingt auf der Plantage arbeiten können. Im Frühjahr 2018 haben wir angefangen zwei weitere landwirtschaftliche Kooperativen aus Chumba Vyamboni und Makumbi Ole Pemba zu unterstützen, die Obst bzw. Gemüse anbauen. Die drei Kooperativen bieten zusammen fast 50 Frauen und Männern ein Einkommen.

Landwirtschaftliche Kooperativen auf Pemba Landwirtschaftliche Kooperativen auf PembaDie Matikiti-Kooperative in Wingwi auf Pemba wird beim Aufbau einer Melonen-Plantage seit Sommer 2017 unterstützt. Die Kooperative bietet insgesamt sechs jungen Menschen, die bis dahin arbeitslos und in großer Armut lebten, eine Beschäftigung. Nach einer Aufbauphase soll sich die Kooperative durch die Erlöse aus dem Verkauf der Melonen selbst tragen. Nach Möglichkeit sollen auch weitere Früchte und Gemüse angebaut werden. Im Januar 2018 besuchte der Vorstand die Kooperative. Die erste Ernte stand bevor. Allerdings gab es Probleme bei der Wasserversorgung, die durch einen Brunnenbau verbessert werden könnte.

Landwirtschaftliche Kooperativen auf Pemba Landwirtschaftliche Kooperativen auf Pemba Landwirtschaftliche Kooperativen auf PembaDen Kooperativen auf Pemba finanzierte Hilfe für Sansibar im Sommer 2018 eine Weiterbildung zum Thema "Ökologische Landwirtschaft" (Perma culture). Dort lernten sie unter anderem, besser mit den schwierigen Boden- und Wasserbedingungen auf Sansibar umzugehen, Saatgut und Dünger selbst und ökologisch herzustellen und auf kleiner Fläche ganz verschiedene Pflanzen anzubauen, um auf umweltschonende Weise möglichst große Erträge zu erzielen. Von jeder Kooperative, die wir auf Pemba unterstützen, nimmt ein Mitglied an der Schulung teil und wird das neu erworbenene Wissen anschließend an die anderen weitergeben. Bereits nach den ersten beiden Tagen der von einer NGO angebotenen Fortbildung sind die Teilnehmer überzeugt davon gewesen, in Zukunft noch erfolgreicher und gleichzeitig ökologischer arbeiten zu können. Im Juli 2018 haben alle die Fortbildung erfolgreich abgeschlossen und kehrten begeistert und voller neuer Ideen zurück zu ihren Kooperativen.


Ein voller Erfolg: Waziri's Baobabfrüchtekleinhandel

Waziri's Baobabfrüchtekleinhandel Im Juli 2014 erhielten wir über unseren Projektbetreuer auf Sansibar Shaha die Anfrage von Waziri, der einen Kleinhandel mit Baobabfrüchten aufbauen wollte und dafür Startkapital benötigte. Die auf Zanzibar sehr beliebten Baobabfrüchte sind dort Mangelware, da es nur sehr wenige Baobabbäume gibt und man sie auch nicht landwirtschaftlich anbauen kann. Waziri fährt deshalb zwei bis drei Mal im Jahr mit dem Schiff aufs tansanische Festland oder nach Kenia, um die dort sehr häufigen und billigen Früchte einzukaufen und sie anschließend auf Sansibar gewinnbringend weiter zu verkaufen. Für den ersten Einkauf brauchte Waziri Startkapitel, seitdem kann er den Kleinhandel selbständig weiterführen und der erzielte Gewinn half ihm, Schritt für Schritt der Armut zu entrinnen.

Wie wir uns bei unseren Besuchen auf Sansibar, auch im Februar 2020, überzeugen konnten, ist der Kleinhandel eine wahre Erfolgsgeschichte und Waziri verkauft neben Baobabfrüchten mittlerweile auch Tamarinden, Hibiskus, Linsenmehl und Reis. Mehrere Rückschläge - unter anderem eine grundlose Verhaftung durch Bestechungsgelder fordernde Polizisten in Kenia – konnten Waziris Aufstieg zum erfolgreichen Kleinhändler nicht stoppen. Und die harte Arbeit lohnt sich: Der 35-jährige, der trotz harter Arbeit finanziell nicht in der Lage war, sein Elternhaus zu verlassen, um sich ein eigenes Leben aufzubauen, konnte sich ein Grundstück kaufen, um darauf ein Haus zu bauen. Mittlerweile beschäftigt Waziri zwei seiner Geschwister, wodurch unser Ziel, durch die Unterstützung von einer Person im Idealfall die ganze Familie aus der Armut zu befreien,

Waziri und seine Geschwister immer mehr erreicht wird. Und bei all dem Glück, das er hatte, denkt er auch an seine Mitmenschen: Aus Dankbarkeit und um anderen zu helfen, begann er bereits bald nach dem erfolgreichen Start seines Kleinhandels, kleine Beträge an unseren Partnerverein auf Sansibar zurückzuspenden, damit wir auch anderen eine solche Chance wie ihm ermöglichen können. Mittlerweile hat er bereits mehr Geld zurückgespendet, als er von uns erhalten hatte! Eine große Geste, die uns großen Respekt abverlangt!